unser Bad
im Bad siehts noch ziemlich chaotisch aus
Nachdem uns klar wurde das es beruflich in Berlin nicht mehr weitergeht, hieß es sich schnell für eine andere Stadt zu entscheiden. Mainz, Saarbrücken und Duisburg standen zur Wahl und schnell stand fest, dass sich unsere neue Heimat inmitten von Weinbergen und Fachwerkhäusern befinden sollte. Wir dachten uns das es nach der "wilden" Jugendzeit jetzt für als Ehepaar mit Kind an der Zeit ist, unser Leben etwas ruhiger zu gestalten.

An dieser Stelle nochmal zwei Danksagungen. Die erste an meine geliebte Ehefrau, die mich die ganze Zeit unterstützt hat und die zweite an meine Berliner Arbeitskollegin Gabi, die mir die Übergangswohnung in Mainz besorgt hat.....herzlichen Dank an Euch beide!

Am 11.07.04 traten wir also die Reise von Berlin nach Mainz an und mußten feststellen, dass 6 Stunden Autobahnfahrt doch ganz schön lang sein können und beide Städte ziemlich weit voneinander entfernt sind. Gestresst von der langen Fahrt kamen wir am abend in Mainz an und bezogen unser Quartier. Es bot genügend Platz für uns drei, aber eine Dauerlösung würde es definitiv nicht sein.

unser Schlafzimmer
das Schlafzimmer ist fertig, in rosa und gelb
In den nächsten Tagen erkundeten wir die Stadt und Enttäuschung und Heimweh machte sich breit. Mainz war ganz und gar nicht das, was wir uns davon versprochen hatten. Die erwarteten Fachwerkäuser und der altertümliche Stil beschränkte sich auf 3 Straßenzüge in der Mainzer Altstadt. Wir kamen uns völlig deplaziert vor und wollten einfach nur wieder zurück nach Berlin zu Familie und Freunden. Außerdem sprachen die Leute hier so komisch.......hier sollten wir jetzt (für immer) wohnen? Das war unvorstellbar!

Etwas geknickt erkundeten wir in den Folgetagen weiter die Stadt und eines nachmittags betraten wir die Fußgägerzone. Dort gab es ein Eiscafe mit suuuuuper leckerem Eis, fast noch besser als am Potsdamer Platz in Berlin. Dort schlemmten wir gemütlich unsere Rieseneisbecher und setzten unseren Spaziergang fort und landeten plötzlich am Rheinufer, wo Menschen verschiedenster Kulturen den sonnigen Vorabend genossen. Am folgenden Wochenende entdeckten wir immer mehr schöne Facetten von Mainz, unter anderem den großen Mainzer Volkspark. Dort gingen ganze Menschenansammlungen den unterschiedlichsten Freizeitbeschäftigungen nach oder sonnten sich einfach nur und genossen ein kühles Blondes.

Ab diesem Zeitpunkt gefiel uns die Stadt immer besser und mittlerweile fühlen wir uns hier pudelwohl. Was mitunter auch daran liegen mag, dass Mainz viele Ähnlichkeiten mit Berlin hat. Nach etwa 4 Wochen ging sie dann los, die lästige Wohnungssuche. Obwohl wir von unseren Vermietern (83 und 85 Jahre) sehr nett aufgenommen wurden, wollten wir etwas Neues, etwas Eigenes.

das Wohnzimmer
das Wohnzimmer war unser Lagerraum
Nach dem die ersten Angebote in der Zeitung und bei Immobilienscout gecheckt waren, wurde uns schnell klar das es schwer werden würde eine neue Bleibe in Mainz zu finden, die unserer Berliner Wohung in Größe und Preisklasse entsprach. Günstig wohnen kann man nur ca. 50 km außerhalb der Stadt in unzähligen Dörfchen ohne öffentlichen Personennahverkehr, dort wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen. Als Ur-Berliner viel diese Variante schon mal weg.

Einige Wohnungsangebote waren zwar nicht besonders günstig, befanden sich dann aber doch noch halbwegs in unserem Preissegment. Nach den ersten Besichtigungen machte sich pure Ernüchterung breit, denn für das was dort angeboten wurde hätte man als Mieter eher Geld verlangen müssen anstatt dafür noch zu bezahlen. Die anfängliche Spannung der Wohnungssuche wechselte in pure Frustration. Wir wollten eine Wohnung in der Stadt, mindestens 70qm, 3 Zimmer, wo weder das Bad und die Küche völlig ruiniert, ein Zimmer außerhalb(!) der Wohnung liegt, oder die Umgebung ein riesiges Industriegelände ist. War das zuviel verlangt???

unterwegs von Berlin nach Mainz
Ally freut sich über den Halt auf dem Rastplatz
Als sich mal wieder ein Vermieter meldete, der mit uns einen Besichtigungstermin vereinbaren wollte, hatten wir schon fast keine Lust hinzugehen. Aber das Schicksal führte uns dennoch in die Mainzer Neustadt, den "mietpreismäßig" günstigsten Bezirk, mit guter Verkehrsanbindung und hohem Ausländeranteil. Als Berliner fühlt man sich hier also sofort heimisch. Es war die Wohnung einer WG und so sah sie auch aus. Alle Zimmer waren dringendst renovierungsbedürftig und wirkten ziemlich vernachlässigt. Birgit strahlte über's ganze Gesicht, denn ihr war klar - die Wohnung ist es. Nachdem wir die Wohnung verließen erblickte ich direkt gegenüber einen kleinen Park und ich konnte meinen Augen kaum trauen, da stand er - ein Basketballkorb. Damit war auch ich überzeugt und wohlwissend wieviel Arbeit hier zu investieren war, unterzeichneten wir den Mietvertrag.

Nach zähen Verhandlungen mit dem Vermieter, konnten wir einen Monat mietfrei aushandeln, sowie die Kaution um 500 Euro drücken. Am 30.8.04 war es endlich soweit, wir erhielten die Schlüssel zu unserer neuen Wohnung. Nun war Eile geboten, denn der Umzug sollte schon am 25.09.04 steigen. Es mußten alle Wände und Decken gemalert, alle Rahmen, Türen und Fenster vorgestrichen und dann lackiert, sowie alle Fenster geputzt und Dielen und Fliesen geschrubbt werden. Also hieß es wie beim letzten Umzug vor einem Jahr mal wieder täglich um 5.00 Uhr aufstehen, bis 8.30 Uhr in der Wohnung werkeln, dann ab ins Büro (sind glücklicherweise nur 7 Minuten mit dem Rad) und um 16.00 Uhr wieder nach hause um dort weiter zu arbeiten, bis ich dann um Mitternacht völlig fertig ins Bett gefallen bin. Das waren vier stressige Wochen und ohne meine geliebte Frau, die mich zwei Wochen lang pinselschwingend (den Malerpinsel) unterstützt hat, wäre nie alles rechtzeitig fertig geworden. Doch so haben wir es dann doch gerade so geschafft, die Arbeiten am letzten Tag fertigzustellen.

Mutter und Tochter am Rhein
die Umgebung von Mainz ist doch ganz schön
Mutter und Tochter in Mainz
Birgit und Ally erkunden die Innenstadt von Mainz
Dann kam der große Möbelwagen und dank der guten Raumnutzungsfähigkeiten der Spediteure mußte Nichts zurückgelassen werden. Dennoch dauerte es mehr als 4 Stunden bis Alles verstaut war. Mittags ging es dann los in Richtung Mainz und als wir die Stadt gegen 20.00 Uhr erreichten war vom Möbelwagen keine Spur. Erst eine Stunde später trafen auch unsere Habseligkeiten hier ein und nach weiteren zwei Stunden war alles ausgepackt. Die folgenden Wochen waren gräßlich, ständig stolperte man über irgendwelche Kartons. Als Ordnungsliebhaber war es mir natürlich wichtig, das Chaos schnellstens zu bereinigen. Also wurden Frau und Kind wieder nach Berlin geschickt und Tag und Nacht durchgeackert.

Zwei Wochen später standen alle Schränke, hingen alle Bilder, waren alle Regale angebracht, alle Hifi-Geräte angeschlossen, alle Kisten ausgepackt und überflüssiger Kram war im Keller verstaut. Es war wieder Ruhe und Normalität eingekehrt. Ally hat ein schönes Kinderzimmer, Birgit ihre Küche und ich hab meinen Fernseher mit Playstation und meinen Basketballkorb vor der Tür und wie sagte Birgit letztens so treffend? "Ich fühle mich hier in Mainz richtig wohl". Ich glaube das gilt für uns alle........

Unten findet ihr noch eine kleine Galerie mit Bildern der fertig eingerichteten Wohnung.
unser Flur mit der großen Eingangstür der Flur in die andere Richtung, geradeaus gehts ins Wohnzimmer ein Blick in unsere Küche, die Balkontür steht offen endlich hat Svenni eine Speisekammer für seine edlen Tropfen ein Blick in unser Bad mit Badewanne das WC ist nicht im Bad, sondern separat der offene Balkon verbindet Wohnzimmer und Küche und kann von beiden Seiten betreten werden, äußerst praktisch Blick ins Wohnzimmer nach links
Blick ins Wohnzimmer nach rechts nochmal Wohnzimmer mit Durchgang zum Flur Ally hat ein schönes Zimmer inklusive Zelt zum verstecken es ist genug Platz zum Spielen da das Herz unserer Hochzeit schmückt unser Schlafzimmer auch seinen Computerplatz hat Svenni wieder bekommen